20 September 2009

Western Kasachstan

Nachdem der Autobus, der uns nach Kasachstan ueber die Grenze gebracht hat, es aber nicht ganz bis zum Bahnhof gepackt hat, sind wir mit dem Taxi in Atyrau angekommen. Zu unserem Erstaunen gibt es hier kein guenstiges Hotel. Fuer einen halben Tag wird dort mit 35Euro zugeschlagen. Deshalb wird am Bahnhof ausgepennt. Die Gesichter der Leute sind bereits sehr asiatisch gepraegt. Asiatische Augenpartie und dunkle feste Haare. Da wir in Russland sowie im Lonely Planet vor dieser Stadt gewahrnt worden sind, wollten wir eigentlich so schnell wie moeglich weiter. Da unser Zug (Schlafabteil nur mit Bestechungsgeld von 5Euro) jedoch erst am Nachfolgetag faehrt verbringen wir den Tag mit einem Kasachen namens Nur, den wir an der Grenze kennengelernt haben. Nur spricht perfekt Englisch, zeigt uns die schoensten Plaetze und klaert uns ueber Land und Leute auf. Zu Fuss ueberqueren wir den Uralsk, welcher geographisch die Grenze zwischen Europa und Asien bildet. Jochens Geburtstag wir im Zug gefeiert. 20Std. nach Aktau. Am Fenster zieht Steppe vorbei. Keine Erhebung, kein Baum nur ab und zu Kamele und Strommasten. Thats it!
Als wir in Aktau ankommen werden wir zu Mittag von einem extem alkoholisierten Buisnessmann mit seinen 5 englischen Woertern eingeladen. Das Restaurant steht Kopf als er, nachdem er reichlich Essen bestellt hat von seinem Fahrer abgeholt wird. Wir hatten auch keinen Plan was abging - zur Erleichterung aller war die Rechnung aber gezahlt. Dann haben wir festgestellt, dass Lonely Planet Preise leider nicht zu den aktuellsten gehoeren und sich meist verdoppelt haben. Untergekommen sind wir dann in einem kleinen Hotel. Als die Hotelbesitzerin uns zur Immigration Police begleitet erzaehlt sie uns, dass sie als sie das letzte Mal da war fuer 10Tage ins Gefaengnis musste. Vor lauter Alkohol hat sie den Baum nicht gesehen, uns sonst wohl auch nicht viel.
Unser Weg fuehrt weiter nach Zhanaoesen. Auch dies ist wie Aktau eine Oelstadt. Touristen verirren sich hier kaum und deshalb sind Touristenpreise fuers Taxi wohl auch 4mal so teuer.
Wir wollen nach Beket Ata, einer Pilgerstaette in der Wueste fuer Muslime. Natascha, eine quirrlige Russin quetscht uns ueber unsere Reise aus und schenkt uns erstmal zwei Snickers. Sie hilft uns bei der Suche nach einem guenstigem Jeep (russian UAZ). Nach einer halben Stunde werden wir von einem Feund der Familie abgeholt und werden zum Essen eingeladen. Die Gastfreundschaft in Kasachstan steht der in Russland in nichts nach! mit dem UAZ gehts dann 5 Stunden in die Wueste und was hier passiert ist erzaehlen wir beim naechsten mal!

Platz fuer Fotos

Russland- Wolgograd, Astrachan und Astrachan Delta.






und dann ging es nach Kasachstan


12 September 2009

Gastfreundliches Russland oder Life in the street isn't easy

Mit dem Zug ging es vor ca. 2Wochen nach Wolgograd. Zugfahren in Russland haette an sich einen eigenen Blog verdient. Da wir die Frau am Ticketschalter nicht wirklich verstanden haben, standen wir nachts um 1:30Uhr vor 1,75x0,40m Schlafflaeche, die sich nach ausklappen auf 1,60m Hoehe befand. Ein Fallnetz sollte uns vor dem Absturz bewahren, aber was solls, waren ja nur 30Stunden, und die Sitzhoehe unseres Bettes bemass sagenhafte 50cm. Wenn sich dazu noch eine Untermieterin gesellt, die gerne im Bett liegen bleibt, sollte man jeden Zwischenstop vom 10-40min an den Bahnhoefen nutzen, die im Scheckentempo erreicht werden. Naja, irgendwie kamen wir doch in Wolgograd an. Die Stadt machte einen netten Eindruck, doch an fast jeder Ecke gibt es Kriegsdenkmaeler und Kriegsgeraet. Da unser Miniwoerterbuch uns als Touristenherberge das Wort Turbasa angab, machten wir uns auf die Suche. Dabei lernten wir Tatjana, Olga und Anastasia kennen. Diese halfen uns mit der Faehre ueber die Wolga zu kommen und Anastasia bot uns an, uns am naechsten Tag die Stadt zu zeigen. Gluecklich wurden wir in den Bus zur Turbasa gesetzt. Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass die ganze Sache einer Art Bibione mit russischem Standart entsprach ( = Kinder und Jugendfarm mit Ferienhausanlage). Dies bedeutet fuer uns weiter 6Std. Suche nach einer Unterkunft. Irgendwann kamen wir ins Hotel "4Etage" und verbrachten dort 2Tage. Die Stadtfuehrung mit Anastasie war sehr schoen. Riesenstatuen, Metro fahren, Gluecksbringer und Essenswuensche - wir lernten ganz viel kennen, und Gretschga(Buchweizen) gabs zum Mittagessen. Am naechsten '
Morgen wollten wir dann mit dem Schiff die Wolga runter nach Astrachan, und Anastasia wollte uns helfen. Es gab kein Schiff, dafuer aber eine Einladung fuer eine weitere Nacht in privater Unterkunft. Mutter Olga hat uns alle kulinarischen Koestlichkeiten der Region serviert und zwar auf einmal!!! An dieser Stelle einen Gruss und Danke zu Anastasie und Olga, fuer die Gastfreundschaft.
Also, weil Zugfahren so schoen war, gleich nochmal. Diesmal war die Zugfahrt ertraeglicher, da wir, noch mal wirklich Platz genommen hatten, schon zu Wodka und Kortletti eingeladen wurden. So lernten wir auch Iwan kennen. Zack, naechste Einladung. Die Gastfreundlichkeit in Russland ist enorm. Astrachan an sich, hat uns erstmal geschockt. Die Strassen dreckig und die Huetten kaput. Trotzdem werden alle Lebensmittel auf Karton gelagert von der Strasse weg verkauft. Faellt mal ein Fisch in den Dreck, macht das ja auch nichts. Einfach wieder hoch auf dem Fischhaufen. Faszinierend ist, dass es hier Leute gibt, die tragen 5Kartoffeln zum Markt um Geld zu verdienen. Es gibt aber auch halbe Rinder, Schweinsohren und jede Menge Fliegen. Die Innenstadt ist aber ganz anders und wir sind erleichtert.
Abend werden wir mit der Wolga von Iwan am Kremel abgeholt. Russian Maschina auf russian Road. Russian Tradition und Mentalitaet praegen unser Erleben mit Iwan. Lecker Essen, viel Tee und sogar ein Angebot fuer die Banja (Sauna). Da die Gastfreunschaft an einem Tag nicht untergekommen ist, muessen wir einen weiteren Tag bleiben. Am naechsten Tag werden geht Iwan um 12Uhr auf Arbeit obwohl er um 10Uhr da sein muesste. Mit dem Computerprogram uebersetzt er: "i'm the boss, i can be late!" -> russian Mentalitaet. So erleben wir noch mehr Tradition und Hilfe bei der Organisation.
Da wir mit niemand anders reden sollen, hilft er uns die Busfahrt ins Astrachan Delta - Natur Reservat zu organisieren. Dort angekommen sollen wir zu Freunden der Familie. Diese leben wirklich im OFF. Ein kleiner zerfallener Bauernhof mit zwei Knatterkisten, ohne Strom, ohne Gas. Aber die Leute sind gluecklich und wollen uns gleich die Schoenheit dieser Ecke Russlands zeigen. Also, rauf auf die Knatterkiste mit Beiwagen. Also ohne Beiwagen sondern Beibrett. Und ueber Feldwege und Nicht-Feldwege stehen wir vor zauberhaften Lotus dessen Blueten unbeschreiblich gross sind.
Die naechsten Tage verbringen wir im Off. Kuehe und Pferde schauen mal vorbei oder Schnacken jagen uns ins Zelt. Wir wandern mit unserem 1,50Euro Kompass Richtung Sueden, wo sich zu sonstigem Getier auch noch Schlangen gesellen. Mal muss man ueber eine drueber huepfen, mal schaut eine bei der Morgendusche vorbei. Jochen wurde sogar mal ganz sanft aus dem Mittagsschlaf geweckt. So schnell war er danach noch nie gestanden, da er direkt in Schlangenaugen blickte. Mit Lagerfeuer und Sonneschein hatten wir einen gute Zeit.
Zurueck Richtung Astrachan gabelt uns jemand mit dem Mofa auf und will uns ein Stueck mit nehmen. So passten auf einmal 3Personen + 2 Ruecksaecke auf ein Mofa und wir wurden ins Dorf gefahren. Was hier so alles passiert erzaehlen wir Euch dann zu Hause. Auf jeden Fall, gehen Russen gerne jagen, fischen und trinken doch manchmal auch Schnaps.
Wir sind auf jeden Fall wieder in Astrachan angekommen und wollten von hier mit der Faehre nach Aktau in Kasachstan. Also auf nach Olja 130km von hier. Aber Faehre is "Problema". Ob die naechste in 1 oder in 3Wochen kommt weiss im Hafen Olja niemand. Wir wollen Wandern, aber bei stroemenden Regen bleiben wir lieber unter einem Vordach stehen. Und ratet mal was passsiert. Nadja, die Frau hinter der Theke laed uns ein. Keine 5Minuten spaeter kommt ihr Sohn mit dem Moped und fahert und durch Pfuetzen und Regen zu ihr nach Hause. Sie kommt 3Std. spaeter und wieder duerfen wir essen, essen, essen. Und beschliessen mit dem Bus nach Kasachstan zu reisen.
Und so sitzen wir nun hier, verbringen die letzten Stunden in Russland. Viele Eindruecke, viel Gretschka, viel Gastfreundlichkeit und bescheidene Strassenverhaeltnisse. Russland ist gross und die russische Mentalitaet auch.

Fotos gibts beim naechsten Mal, da es hier kein USB gibt.

Nastarovie und Do swidanija sagen Jochen und Julia

27 August 2009

Krasnaija Ployana







Die ersten Eindruecke in Russland

Im Moment sitzen wir im Internetcafe in Sochi und wollen Euch von unseren letzten Tagen berichten.
Nach unserem letzten Post verabschiedeten wir uns von der Ukraine, und fanden dabei keinen geringeren Fremdenfuehrer als den zweiten Distributionschef des Hafens in Kerch, Vladimir. Eine Stadtrundfahrt bei Nacht brachte uns nochmal auf den hoechsten Punkt der Stadt. Unser Ruf ist uns bereits vorrausgeeilt. Als wir ein deutschsprechendes Maedel um ein Foto gebeten haben, fragte Sie uns, ob wir die zwei mit dem Rucksack sind. Wir waren ganz schoen platt, und es stellte sich auch noch herraus, dass der Zettel im Hotel nicht von 1941 war, sondern von Ihr geschrieben wurde.

Am naechsten Morgen machten wir uns auf zum Hafen. Dort wurden wir von Vladimir empfangen und durften im Schatten warten, waehrend der Rest der Leute in der Sonne stundenlang Schlange stand. Als es dann losging wurden wir an allen vorbei geschleusst und bis zur Faehre begleitet. Am russischen Grenzuebergang verlief alles reibungslos. Da der Roentgen-Scanner gerade von zwei russischen Polizisten in alle Einzelteile zerlegt wurde, wurden wir nur freundlich gefragt, ob wir Drogen dabei haben. Mit dem Bus ging es dann nach Anapa.

Anapa - unser erster Eindurck in Russland. Touristen, teuere Autos und Preise wie in Deutschland. Abgesehen von reichen Touris gibt es in Anapa auch noch Oleg. Dieser sprach uns mit fetter Taschenlampe, Bomberjacke und Stahlrohr auf der Strasse an ob wir Amerikaner sind. Kurzerhand fragten wir Ihn wo denn hier campen koennen. Ohne viel Worte lief er los und kurze Zeit spaeter standen wir im Stadtpark. Hier hatte Oleg seine Unterkunft fuer ein Jahr aufgeschlagen und wir durften unser Zelt daneben stellen. Das taten wir auch und beschlossen so schnell wie moeglich Anapa zu verlassen. Auf der Suche nach einer Wanderkarte fuer die Region entdeckten wir Krasnaija Polyana und wollten mit dem Bus sofort dorthin. Die naechste Fahrt ging allerdings erst am naechsten Morgen und so verbrachten wir den Tag in der Stadt. Und eine weitere Nacht bei Oleg. Bei Bier und Schokolade bekamen wir eine erste Ahnung wie weit die Schere in Russland klafft und was Entfernungen hier bedeuten. Oleg verkauft am Strand Sonnencreme und Moskitoschutz um Geld zu verdienen. Dafuer ist er von seinem zu Hause 45 Tage per Anhalter hierher getrampt. Er bleibt noch bis April, da er ueber den Winter Angst haette auf der Heimreise zu erfrieren.

Am naechsten Morgen ging es dann nach Sochi. Hier haben wir den Anschluss nach Krasnaija Polyana um ein paar Minuten verpasst. Da es hier keinen Stadtpark gibt verbringen wir die Nacht vorm 24Std. Supermarkt, wo wir auch gleich Vladimir kennenlernen. Dieser ist Security dort und hatte in der Schule Deutschunterricht. Von Bekannten von Ihm werden wir zu Rotwein uns Schokolade eingeladen. Jedoch konnten sich die Jungs nicht ganz im Zaum halten und es kam zu einer Schlaegerei. Wir fluechteten zu Vladimir in den Supermarkt und dieser bot uns einen Schlafplatz auf seiner umgelegten Rueckbank an. Wir stimmten dankbar zu und verbrachten die naechsten zwei Stunden im Auto.

Frueh um 6:00 ging der erste Bus zu unserem Ziel. Zum Glueck fiel uns noch ein Zugtickets zu kaufen. Da man diese fuer manche Routen mehrere Tage im Vorraus bestellen sollte ist unser naechtes Reiseziel nun Wolgograd.

Jetzt ging es auf nach Krasnaija Polyana. Ziemlich uebernaechtigt kamen wir im stroemenden Regen an. Auf der vergeblichen Suche nach einer Wanderkarte fanden wir mal wieder einen hilfsbereiten Mensch, der uns am Fuss des Bergs den Aufstieg zeigte. Nach 2 Tagen bergauf hatten wir erste Eindruecke von der Schoenheit der Landschaft und der Kaelte in der Nacht. Und wieviel Essen wir gebraucht haetten, denn mit 2 Fladenbroten, 2 Dosen Fisch und 2Aepfeln ist fuer 3 weitere Tage ziemlich knapp kalkuliert. Bei der Diskussion ob wir trotzdem weiter ins Off gehen, tauchte ploetzlich Anna auf, die wir in der Ukraine schonmal um Auskunft gebeten hatten. Sie war mit Ihrem Freund Varda unterwegs. Varda hatte im letzten Jahr 1,5Monate in den Bergen campiert. Wie ihr an den Fotos erkennen koennt hatten wir nicht nur nette Gesellschaft sondern auch wunderschoene, abgelegene Plaetze kennengelernt. Die beiden haben nicht nur fuer schoene Stimmung am Lagerfeuer sondern auch fuer reichlich Essen gesorgt. Am naechsten Tag stiegen wir auf 2400m auf. Das Tempo, dass unsere Freunde hierbei vorlegten war kaum zu halten. Als wir uns am Abend verabschiedeten durften wir uns sogar Vardas Topf ausleihen und so waren wir gegen die Kaelte mit warmen Tee versorgt, den wir auf 2400m selber gepflueckt haben.

Heute morgen machten wir uns dann an den Abstieg und es faellt einem schon schwer eine so schoene Landschaft hinter sich zu lassen.

In 4 Stunden geht der Zug nach Wolgograd und von dort aus werden wir sehen wie wir nach Kasachstan kommen.

Gruesse aus der Olympia Stadt 2014 senden Euch Jochen und Julia

19 August 2009

Fazit Krim


 

Hallo ihr Daheim,

seit dem letzten Eintrag haben wir noch einige Kilometer zurueck gelegt. 

Mit frisch gewaschenen Kleidern ging es wieder ab in die Wildnis und weiter am Meer entlang. 

Ab Feedosia sind wir dann mit dem Bus gefahren und zu unserer Ueberraschung schon nach 1,5Std am Ziel gewesen - dabei hatte uns die ukrainische Seifenoper, die im Bus gezeigt wurde, so gut gefallen.

In Kerch angekommen bemerkten wir, dass es nicht so einfach ist dort eine Unterkunft zu finden. Eigentlich wollten wir noch raus aus der Stadt, aber die Sonne stand schon zu tief. Endlich fanden wir ein Schild mit TouristenInformation, aber kein Buero. Viel zu freundlich fragten wir um Hilfe, und traffen so auf Evgenia, Magarita und Sascha. Diese wollten uns erst helfen das TouriBuero zu finden, boten uns nach erfolgloser Suche einen Platz in Omas Wohnung an. Babuschka macht gerade Urlaub in Moskau. Magareta, die Mutter, und ihre Kindern kommen aus Russland. Und nach russischer Tradition wurden wir auch versorgt. Am Abend gab es Fleischkloesschen(pilmjeni) und sobald aufgetischt war, gingen die beiden joggen, waehrend wir mit Sasche (6Jahre) zu Abend assen. Als wir dann alle wieder am Tisch sassen verbrachten wir den Abend mit ganz viel Tee. Unterhalten wurde sich im russisch-englisch Mix. Am naechsten Morgen gab es warme Haferflocken mit gekochtem Ei und Salz. Und nach einigen Fotos gingen wir wieder auf die Reise.

Die Tage danach hatten wir einen der schoensten Kuestenabschnitte, mit Schlange, Zecken, Monster-Grashuepfer, Moskitos, Hamster, und ganz ohne die gesuchten historischen Siedlungen. Einfach schoen. Ach ja, Schleim-Schnecken gab es auch noch und die hatten Nachts unser Vorzelt zu ihrem Quatier gemacht und Spuren ueber die komplette Ausruestung gelegt. Inklusive den Socken. Ja, einfach schoen.

Heute ist unser letzter Tag in der Ukraine. Momentan steigen wir im Hotel Kiev ab. Dies ist mit seinem ostblock-plattenbau Charme fuer unglaubliche 5Euro die Nacht zu haben. Die Fenster sind mit Tesafilm abgedichtet. Der Wasserhahn laeuft durchgehend, und zur Begruessung gab es einen handschriftlichen Zettel auf deutsch, der noch von 1941 sein duerfte. Den Tag verbringen wir in der Stadt um noch einiges zu organisieren und unsere Gastgeber nochmal zu treffen. 

Unser Fazit zur Krim. 

Das Essen war ausnahmslos kusna (schmackhaft). Der Wein ist uns zu suess, waehrend Krimskoje Sekt wirklich sein Geld wert ist. Eine wirklich sinnvolle Erfindung sind die 2 Liter Flaschen Bier fuer umgerechnet 1,20Euro - die uns am Abend mit den wichtigsten Mineralstoffen versorgt haben. 

Landschaftlich ist abgesehen vom Muell, den man hier wirklich ueberall findet, wirklich traumhaft. Bis auf eine halbe Stunde Regen haben wir den ukrainischen Sommer genossen. 

Und auch wenn wir die Sprache nicht beherrschen, ist das fuer einen Ukrainer noch lange kein Grund einem nicht die halbe Lebensgeschichte zu erzaehlen. Geholfen wurde uns wirklich ueberall. 

Gespannt auf Russland senden wir liebe Gruesse uebers Schwarze Meer. 

Paka

10 August 2009

Endlich unterwegs!



Nach einer Woche auf Reisen haben wir auch mal ein Internet gefunden. Unsere erste Woche ist schnell vergangen und es gibt so einiges zu erzaehlen. Begonnen haben wir ja mit einer doch sehr langen Busfahrt. Diese dauerte, inklusive 5Std Wartezeit am Grenzuebergang, genau 47Std.

Beim Aussteigen hatten wir einen krummen Ruecken, schwere Fuesse und der Hintern war ganz schoen platt. Beim Aussteigen hat uns die Hitze erschlagen, doch Dank einger Stunden Russisch-Unterricht bei einer Kindergarten-Mutter fanden wir ein Schild mit -Kaffee- darauf, und konnten ohne grosse Hinternisse bestellen.

Mit dem Autobus ging es gleich weiter nach Sevastopol, da Jochen die Schwarz-Meer-Flotte sehen wollte. Dort haben wir erst ewig nach einem Zimmer gesucht und dann haben uns die Frauen mit den Zimmern gefunden. Augusta war die Beste. Deshalb schliefen wir diese Nacht in ihrem Wohnzimmer, idyllisch in einer Plattenbausiedlung gelegen.

Am naechsten Morgen wurden wir nett geweckt und schon liefen wir los. Immer am Meer entlang muesste ja eigentlich gehen, doch Sevastopol ist wohl einer der verwinkelsten Staedte die wir kennen lernen durften. Mit etwas Verhandlunggeschick tauschten wir die Info wo wir auf der Karte sind, in einem Baracken-Hinterhof, gegen eine Zigarette, die zur Entsetzen der Maenner noch selbst gedreht werden muss. Er setzte uns dann doch in einen Bus und wir landeten wieder am Busbahnhof.

Von dort aus entschieden wir erstmal nach Aluschta zu fahren, um der Grossstadt zu entfliehen. Nach einiger Zeit fanden wir auch einen Campingplatz, und verbrachten unsere erste Nacht im Zelt.

Und seitdem laufen wir uns Blasen mit Genuss (vorallem Jochen). Rechts das Meer, links die Berge und unter uns Kieselsteine in allen verschiedenen Groessen. Zum Schlafen bogen wir links in die Berge ab und die Morgendusche gabs dann im Meer. Da zwischen wunderschoenen Landschaften auch immer mal wieder ein Ballermann oder Rimini auftauchte, waren wir mit Essen und Trinken bestens versorgt.

Als es gestern an der Steilkueste nicht weiter ging, musste Jochen sich und die Rucksaecke am Fels entlang hangeln, waehrend Julia den Weg durchs Meer nahm, aber leider doch ausrutschte. Die Schuhe waren dann doch nass und der Zeh blutig.
Im Anschluss daran wurden wir aber mit schoenster Landschaft entlohnt. Wobei auf der Krim einsame Straende nicht immer einsam sind, sondern man von einem Waechter nach rechts oder links des Strandes verwiesen wird. Warum auch immer.

Heute sind wir wieder in einer Stadt angekommen und haben eine nette Unterkunft gefunden, in der wir unsere Waesche waschen konnten (von Hand) und uns etwas erholen koennen, was nach dem 11Std. Marsch gestern auch mal ganz gut tut.

Das war sie, unsere erste Post an Euch! Passt auf Euch auf und bis bald!
Vielleicht schaffen wir es, uns vor der Einreise nach Russland nochmal zu melden.